Alles was du über Old Tom Gin wissen musst

Der Old Tom Gin ist nach dem holländischen Genever der Ur-Vater des uns heute bekannten Gins und auch der Ursprung oder sogar die Ursache für viele Gin Sorten. Der „Old Tom“ war Bestandteil der Gin Geschichte über mehrere Epochen hinweg. Und dann gibt es da noch die Geschichte mit der alten Katze, aber dazu später mehr.

Old Tom Gin als Ur-Vater heute bekannter Gin Sorten

Die Entstehung des „Old Tom“ ist mit der Geschichte Englands eng verbunden. Zunächst war es der Genever aus den Niederlanden, was den Wacholderschnaps um 1650 in England sehr populär machte.

Old Tom Gin ist genau genommen das krasse Gegenteil von Dry oder London Dry Gin. Den beim „Old Tom“ ist im Gegensatz zu den letztgenannten Gin Sorten die Zugabe von Zucker nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht.

Die Geschichte des „Old Tom“

Nachdem der Genever aus den Niederlanden großen Zuspruch bei der Bevölkerung Englands und insbesondere auch beim Militär fand, wurde das Rezept auf britische Art und Weise weiter entwickelt. Durch das gut wachsende Getreide und einigen Kräutern die auf der Insel beheimatet sind, konnte um das 18. Jahrhundert sehr kostengünstig Gin gebrannt werden. Es entwickelte sich ein wahrer Gin-Wahn, bei dem jeder seinen eigenen Gin im Keller oder Hinterhof brannte. Auch ließ sich natürlich damit sehr gutes Geld verdienen, was zur Folge hatte, dass die Qualität des damaligen Gins deutlich litt. Mit viel Zucker wurde kräftig am Gin rumgepanscht, so dass unliebsame Aromen und Fehlgeschmäcker im Gin überdeckt wurden.

Der leicht erschwingliche Alkoholkonsum nahm solche Ausmaße an, dass die Regierung gezwungen war einen „Gin Act“ zu erlassen. Fortan war es verboten Gin ohne offizielle Lizenz zu brauen und zu verkaufen. Doch dies verlagerte die Gin Produktion lediglich in den Untergrund und das „Schwarzbrennen“ florierte. Am Ende reagierte die Regierung mit einem Verbot Alkohol zu konsumieren.

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Dies dämmte zwar den Alkoholkonsum ein, aber einige geschäftstüchtige Pub-Betreiber und „Untergrundbosse“ hielten sowohl die Gin Produktion sowie dessen Ausschank weiterhin am Leben. Da nun der Verkauf von Gin im Geheimen ablaufen musste, hingen viele Pub-Betreiber eine hölzerne Statue im Form einer schwarzen Katze vor die Tür. Dies war das Zeichen, dass in diesem Pub heimlich Gin ausgeschenkt wurde.

Der Name dieser Katze war „Old Tomcat“ und so bekam der gesüßte und heimlich gebrannte Gin seinen Namen: „Old Tom Gin“.

Als Jahrzehnte später der „Gin Act“ aufgehoben wurde, sich die Brenntechnik verbesserte und strenge Auflagen für die Herstellung von Gin eingeführt wurden, löste der hochwertigere London Dry Gin, den Old Tom Gin nach und nach ab. Im Laufe der Zeit war es sogar verpönt gesüßten Gin zu trinken. So verdrängte der London Dry Gin den Old Tom Gin fast komplett von der Bildfläche.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts brannte fast keine Brennerei mehr einen Old Tom Gin. Dank der aufstrebenden Bar- und Cocktailszene hielt der „Old Tom“ dann aber wieder Einzug in die Bars und in viele Cocktails.

Durch seine Süße fand der Old Tom Gin Verwendung in vielen Cocktails und Longdrinks. Ein aus dieser Zeit entstandener und immer noch aktueller Cocktail ist der „Old Tom Collins“

Tom_Tonic_CollinsOld Tom Collins Cocktail Rezept

  • 3 cl Old Tom Gin
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • 6 cl Sodawasser
  • Eiswürfel
  • Zitronenscheibe als Deko

Eiswürfel in ein „Collins Glas“ geben. Gin, Zitronensaft und Zuckersirup über das Eis leeren. Mit Sodawasser auffüllen. Mit einer Zitronenscheibe dekorieren. Fertig.

 

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So funktioniert die Herstellung eines Old Tom Gins

Die Herstellung eines Old Tom Gins ähnelt sehr der Vorgehensweise bei einem Dry Gin. Dem Brennmeister steht es frei, ob durch Mazeration, Perkulation oder Digestion die Aromen der Botanicals auf den Rohalkohol übertragen werden. Auch wie oft und mit wie vielen Botanicals der Old Tom Gin gebrannt und vermählt wird, ist nicht festgelegt. Es gelten eben mehr oder wenige dieselben Bedingungen wie vor Jahrhunderten. Mal davon abgesehen, dass die Brenntechnik und auch das Wissen über die Botanicals deutlich fortgeschrittener sind und man heut zu Tage keine Angst haben brauch, einen billigen „Fusel“ vorgesetzt zu bekommen.

Ist der Old Tom Gin dann final destilliert, wird dem Gin Zucker beigegeben. Auch hierbei gibt es keine Ober- oder Untergrenze. In der Regel wird der Old Tom Gin jedoch nicht überzuckert sondern nur dezent angesüßt.

 

Gin Herstellung Infografik

Die Aromen eines Old Tom Gin

Wie aus der ganzen Entsteheung und Herstellungsgeschichte ja nun bekannt sein dürfte, ist der Old Tom Gin ein süßerer Vertreter seiner Art. Dabei steht aber wie auch bei Dry Gins die Wacholdernote stets im Vordergrund.

Die Zuckerbeigabe macht den Old Tom jedoch etwas süffiger, versteckt einige scharfe Alkoholnoten und macht ihn dadurch runder im Vergleich zu Dry Gins.

Diese Old Tom Gins musst du probiert haben:

Haymans Old Tom Gin
Tanqueray Old Tom Gin
Professor Cornelius Ampleforths Bathtub Gin

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